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Filmvorstellung: „My Private Desert”


Gleichgeschlechtliche Liebe, veränderte Geschlechterrollen, die Gender-Problematik - alle diese Themen sind nicht erst seit der FIFA-Fußballweltmeisteschaft in Katar aktueller denn je. Gerade in vielen Kinofilmen, die in jüngster Zeit aus Lateinamerika zu uns nach Europa kommen, spielen diese Themen eine zentrale Rolle, und hier insbesondere bei Filmen aus Brasilien.

Der Film "My Private Desert" von Regisseur Aly Muritiba macht dabei keine Ausahme. Erstmals lief der Film 2021 bei den Internationalen Festspielen in Venedig; nun kommt er auch in die deutschen Kinos.

Der als "Roman", "Thriller" und auch "Romanze" betitelte, etwa zwei Stunden dauernde Spielfilm, beginnt wie eine klassische Liebesgeschichte: Daniel, ein vom aktiven Dienst suspendierter Polizist, lebt ein von Eintönigkeit und Frustration geprägtes Leben. Tagsüber pflegt er seinen dementen Vater, während er nachts als Aufpasser in Musik-Clubs arbeitet. Sein einziger Antrieb ist die Online-Bekanntschaft Sara, eine attraktive Frau aus dem ländlichen Norden Brasiliens. Als diese eines Tages nicht mehr auf Daniels SMS antwortet, beschließt dieser kurzerhand alles zurückzulassen und Sara zu finden. Vor Ort angekommen, erweist sich die Suche aber als ziemlich aussichtslos, niemand scheint die junge Frau je gesehen zu haben. Daniel will schon aufgeben, da meldet sich ein mysteriöser Freund und bietet unter bestimmten Bedingungen an, die beiden zusammenzubringen. Als Daniel seine Angebetete schließlich trifft, verliebt er sich Hals über Kopf in sie und begehrt sie heiß und innig. Doch die ersten Küsse und zärtlichen Umarmungen offenbaren ein unerwartetes Geheimnis...

"My Private Desert" nimmt den Zuschauer mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt durch das gesamte Spektrum einer dramatischen Liebe, die nicht sein darf, weil sie anders ist. Der Film zeigt auf, welche Probleme die gerade auf dem Land sehr konservativ geprägte Gesellschaft Brasiliens mit der Gender-Thematik hat; er zeigt aber auch den individuellen Kampf zwischen Liebe und Verstand, der entbrennt, wenn das Gefühl über die Vernunft hinauszuwachsen droht. Das Ende: ein Gutes. Denn es macht Hoffnung auf eine Zukunft, in der es solche Filme wie "My Private Desert" eigentlich gar nicht mehr geben muss, weil die Problematik, die sie behandeln, inzwischen zur Normalität geworden ist.

Filmtechnisch, schauspielerisch und atmosphärisch ist "My Private Desert" darüber hinaus mehr als sehenswert, gerade die musikalische Untermalung macht den Film zu einem Erlebnis.

Aktuell in ausgewählten deutschen Kinos.

Foto: GMfilms